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Die Regierung von Thailand basiert auf einer konstutionellen Monarchie, ähnlich der des Vereinigten Königreichs, in welchem der Premierminister als Chef einer parlamentarischen Regierung dient, und einem erblichen thailändischen König als Staatsoberhaupt.

Diese konstitutionelle Monarchie Thailands hat seit 1932 fast 700 Jahre absolutistischer Herrschaft verschiedener Linien von thailändischen Königen abgelöst; der gegenwärtige thailändische König, Bhumibol Aduyadej (Rama IX), ist der regierende Monarch der Chakri-Dynastie, die seit dem Fall von Ayutthaya und der Gründung des Rattakosin-Zeitalters herrscht. Der weit verehrte thailändische König dient sowohl als religiöser Führer des Landes als auch als Staatsoberhaupt, übt aber faktisch keine politische Gewalt aus.

Die Regierung wird durch eine Koalition von politischen Parteien gebildet und vom Premierminister geführt. Thailand erlebte seit der Einführung der konstitutionellen Monarchie zahlreiche Staatsstreiche. Politik ist in Thailand eine streitsüchtige Angelegenheit mit politisch aktiven Bürgern, die viel Wert auf ihre Demokratie legen.

Die thailändische Regierung

Thailand existiert als moderner Nationalstaat seit der Gründung der Chakri-Dynastie und der Etablierung Bangkoks als Hauptstadt im Jahr 1782. 1932 wurde durch eine "Revolution" die absolutistische durch eine konstitutionelle Monarchie ersetzt und die politische Gewalt vom König zur Bevölkerung verlagert.

1946 wählte die thailändische Bevölkerung in direkten Wahlen ihre gesetzgebende Gewalt als Zweikammersystem, bestehend aus Senat und  Repräsentantenhaus, denen der Premierminister als Exekutivgewalt vorsteht. Die Jurisdiktion, inklusive des Obersten Gerichts, handelt unabhängig von der Exekutive, aber erst mit der Verfassung von 1996 wurden effektivere Kontrollorgane institutionalisiert.

Seit dem Beginn der 'Demokratie' erlebte Thailand turbulente Zeiten mit 17 Staatsstreichen. Die Machtverhältnisse wechselten zwischen den Militärs und Zivilisten. Das Land hatte auch 17 verschiedene Verfassungen. Die gegenwärtige Verfassung des Königreichs ist das Ergebnis des unblutigen Coups, der 2006 zur Absetzung des Premierministers Thaksin Shinawattra führte.

Die Thailänder sind politisch sehr aktiv und schätzen ihre Freiheit trotz ihrer nicht gefestigten Demokratie.

Die Monarchie und der thailändische König

Absolutistische Könige verschiedener Reiche herrschten seit dem dreizehnten Jahrhundert in Thailand; dies endete erst, als 1932 Thailand eine konstitutionelle Monarchie wurde, in der der König als Staatsoberhaupt und geistiger Führer des Landes fungiert, aber keine politische Gewalt ausübt.

Der gegenwärtige König Thailands, S.M. König Bhumibol Adulyadej (Rama IX) ist der neunte thailändische König des Hauses Chakri, das seit der Gründung Bangkoks durch den König Phutthayotfa Chulalok (Rama I) 1782 an der Macht ist. S.M. König Bhumibol wurde in Massachusetts, USA geboren, während sein Vater, der nie thailändischer König war, die Universität von Harvard besuchte. S.M. Bhumibol erstieg den Thron als König Thailands 1946 nach dem Tod seines Bruders und ist der am längsten regierende thailändische König in der Geschichte und der am längsten regierende Monarch der Welt.

Während dem König keine direkte Macht durch die Verfassung eingeräumt wird, ist König Bhumibol ein Symbol der nationalen Identität und Einheit; tatsächlich genießt der thailändische König enormen Respekt, Popularität und moralische Autorität, die er bei einigen seltenen Gelegenheiten eingesetzt hat, um politische Krisen aufzulösen, die die nationale Stabilität bedroht haben. In den letzten Jahren jedoch hält er sich zurück und nötigt damit die Thais, ihre Differenzen selbst auf eine freundschaftliche Weise zum Wohle ihres Landes zu lösen.

Der thailändische König und die Mitglieder der Königlichen Familie werden von der thailändischen Bevölkerung für das leidenschaftliche Engagement der königlichen Familie in der Sozialfürsorge tief verehrt. In Thailand ist die Rücksicht gegenüber der Königlichen Familie nicht bloße Gewohnheit, sie wird durch Gesetz geschützt: es ist nicht nur sozial unannehmbar, Mitglieder der Königlichen Familie herabzusetzen, sondern Majestätsbeleidigung ist strafbar. Seit 2006, dem 60. Jahr der Regentschaft, ist es üblich geworden, dem König Respekt zu zollen, indem man montags ein gelbes Hemd trägt.

Während sowohl der offizielle Wohnsitz des Königs, der Große Palast, als auch sein traditioneller Wohnsitz, der Chitralada Palast, in Bangkok sind (wo der König ein landwirtschaftliches Forschungszentrum errichtet hat), leben der König und die Königin in der Klai-Kangwon-Villa in der Seestadt Hua Hin.

Bemerkenswerte Könige Thailands:

In der thailändischen Geschichte hat es 36 Könige in Lan Na, 9 in Sukhothai, 9 in Chiang Mai, 8 in Nan, 36 in Ayutthaya, 1 in Thonburi und 9 in Bangkok gegeben. Während jeder sicher wichtige Beiträge zur thailändischen Geschichte geleistet hat, treten die folgenden Könige in den Annalen der thailändischen Geschichte hervor:

Mangrai, Lan Na (1259 – 1317)

Der Gründer des Lan-Na-Königreichs, Mangrai, ist mit 21 gerade der Herrscher von Chiang Saen geworden, als er in Angriff nahm, die Stämme des nördlichen Thailands zu vereinigen. Als er 24 wurde, hatte er die Stadt von Chiang Rai gegründet und zu seiner Hauptstadt gemacht. Mangrai schmiedete eine Allianz zwischen Ngam Muang von Phayao und Ramkhamhaeng von Sukhothai, indem er den Vorwand verwendete, die Kontrolle der alten Mon-Stadt von Haripunjaya zu bekommen. Als Gründer von Chiang Mai im Jahr 1296 beauftragte Mangrai den Bau von vielen wichtigen buddhistischen Schreinen, und seine Allianz mit Tai- und Mon-Stämmen erlaubten ihm, Mongolen-Eindringlinge abzuwehren.

Ramkhamhaeng, Sukhothai (1279 - 1298)

Als 19-jähriger Prinz eines jungen Königreichs führte Rama die Truppen seines Vaters zum Sieg und verdiente sich so den Namen Ramkhamhaeng (Rama der Kühne). Als König war er ein Populist, der seinen Untertanen freistellte, ihre animistischen Geister anzubeten, aber er förderte die Entwicklung des Buddhismus. Das Königreich von Sukhothai gedieh während seiner Regierung. Er vermied unnötige Konflikte und bildete eine Koalition mit König Mangrai von Lan Na und Ngam Muang von Phayao. Unter der Regierung des Königs Ramkhamhaeng war Sukhothai ein expansives und wohlhabendes Königreich, das einen künstlerischen Stil entwickelte, der für seine große Schönheit berühmt wurde.

Ramathibodi, Ayutthaya (1351 – 1369)

Wahrscheinlich als vermögender Einwanderer chinesischer Kaufleute geboren, heiratete U Thong klug, nutzte sein politisches Geschick und die familiären Beziehungen, um das Machtvakuum in Zentral-Thailand nach dem Niedergang von Sukhothai und den schwindenden Einfluss von Angkor zu füllen. Er setzte seinen Sohn auf den Thron von Lopburi und gründete sein neues Reich entlang des Chao-Phraya-Flusses. Ramathibodi stellte den ersten König von Ayutthaya, einem mächtigen Königreich, das vielleicht auch Angkor geplündert haben könnte.

Naresuan, Ayutthaya (Juni 1590 – 25. April 1605)

In den Jahrzehnten bevor Naresuan den Thron bestieg, lag das Königreich Ayutthaya in Trümmern. Auf dem Thron saß eine Marionette des benachbarten Burma, die vor kurzem die Stadt erobert hatten. Während die Burmesen 10 Jahre lang Ayutthaya geplündert, entvölkert und zerstört hatten, dezimierten die Khmer die östlichen Provinzen, und es gab wenig Hoffnung auf eine Atempause. Doch Naresuan tötete den birmanischen Kronprinzen in einem Duell, sitzend auf einem Kriegselefanten, und machte sich daran, die Gewichtung der Macht in Südostasien zu ändern,  "befreite" Lan Na und bot sogar seine Flotte für den Kampf gegen Japan an.

Narai, Ayutthaya (26. Oktober 1656 – 11. Juli 1688)

Narai bestieg den Thron während einer Zeit der nationalen und internationalen Unsicherheit. Durch die Schaffung eines königlichen Monopols auf fast alle Waren, die das Reich produzierte, förderte Narai das Wirtschaftswachstum des Reiches oft auf Kosten der europäischen Handelsunternehmen und den seit langem etablierten ausländischen Staatsangehörigen verschiedener Gemeinschaften. Narai und sein weltlicher, griechischer Berater schafften es, Siam als einen einflussreichen Akteur in den internationalen Beziehungen und im asiatischen Handel zu etablieren, im Ausgleich zu den komplexen politischen und kommerziellen Interessen.

Taksin, Thonburi (1767 – 1782)

Die burmesische Armee hatte Ayutthaya im Jahr 1767 stark dezimiert, so dass nur eine kleine Garnison in der verwüsteten Hauptstadt übrig blieb. Die Siamesen, ohne Kapital, König und Regierung waren verzweifelt. Der Gouverneur von Tak, halb Chinese und halb Thai, charismatisch und militärisch ausgefuchst, zog seine Truppen in Thonburi zusammen und besiegte die burmesischen Truppen. Seine Fähigkeit, alle siamesischen Gebiete von Ayutthaya zurück zu erobern, Siem Reap zu annektieren und Battambang und später Vientiane zu unterwerfen und Luang Prabang und Chiang Mai zu kontrollieren, erlaubte es ihm, König zu werden.

Phra Phutthayotfa Chulalok (Rama I), Bangkok
(6. April 1782 – 7. September 1809)

Tong Duang, der spätere Chaophraya Chakri, ein Feldherr, der für viele Eroberungen verantwortlich war, stellte Siam unter König Taksin wieder her. Sowohl er als auch seine Frau entstammten Adelsfamilien aus Ayutthaya. Er wurde zum König Ramathibodi gekrönt, nachdem er sich gegen König Taksin erhob und diesen hinrichtete. Er verlegte seine Hauptstadt nach Bangkok. Die Stadt erblühte schnell, zum Teil dank seiner klugen religiösen, bürokratischen und rechtlichen Reformen und der Wiedereinführung der königlichen und öffentlichen Zeremonien. Durch anschließende Schlachten gegen Burma war Siam in der Lage, sich als die dominierende Kraft in Südostasien zu etablieren.

Mongkut (Rama IV), Bangkok (3. April 1851 – 1. Oktober 1868)

Kurz vor dem Tod seines Vaters Mongkut wurde er in ungewöhnlich jungen Jahren zum Mönch geweiht, studierte und absorbierte das Wissen der buddhistischen Texte und erlernte die geistige Disziplin der Meditation. Sein Bruder, König Rama III, ernennt Mongkut zum Abt eines buddhistischen Ordens, welches auch als Zentrum für westliche Wissenschaften und mathematische Studien diente. König Mongkut musste wirtschaftliche Zugeständnisse gegenüber ausländischen Mächten machen und etablierte persönliche diplomatische Beziehungen mit verschiedenen Weltmächten, um Siam gegen den britischen und französischen Kolonialismus zu wappnen. Er verfolgte einen langsamen Kurs für inländische Veränderungen, da er erkannte, dass sie Zeit in Anspruch nehmen würden.

Chulalongkorn (Rama V), Bangkok (1. Oktober 1868 – 23. Oktober 1910)

Zum König im Alter von 15 Jahren nach dem Tod seines Vaters eingesetzt, wurde König Chulalongkorn schon von seinem Vater vorbereitet, Thailand ins 20. Jahrhundert zu führen. Begünstigt durch eine klassische Thai-Ausbildung, einer westlichen Lehrerin (Anna Leonowens) und mehreren Jahren praktischer Ausbildung bei seinem Vater, begann Chulalongkorn die Umsetzung von Reformen unverzüglich nach Erreichen der Volljährigkeit und Krönung. Unter den Leistungen während seiner legendären 42 Jahre als Regent waren die Abschaffung der Sklaverei, die Umstrukturierung und Reform der Verwaltung zu einer modernen und effizienten Bürokratie, und die Erhaltung der Souveränität Siams.

Prajadhipok (Rama VII), Bangkok
(26. November 1925 – 2. März 1935 – abgedankt)

Der jüngste Sohn von König Chulalongkorn und das 76. von 77 Kindern, war Prajadhipok eine ungewöhnliche Wahl, um seinen viel besser vorbereiteten älteren Bruder (Rama VI) auf den Thron zu folgen. Nach seiner Machtübernahme inmitten von wirtschaftlichen Turbulenzen, die bald in eine große Depression mündeten, herrschte Prajadhipok nur 10 Jahre und ist heute am besten bekannt dafür, der letzte absolute Monarch des Königreichs Siam gewesen zu sein. Er entsagte dem Thron, nachdem 1932 die konstitutionelle Monarchie eingeführt wurde.

Bhumibol Adulyadej (Rama IX), Bangkok (9. Juni 1946 – heute)

Der amtierende König von Thailand ist der am längsten regierende König der thailändischen Geschichte und der am längsten regierende derzeitige Staatschef der Welt. König Bhumibol Adulyadej (Rama IX) ist auch einer der am meisten verehrten Monarchen in der thailändischen Geschichte und einer der angesehensten Monarchen der Welt. Musiker, Fotograf, Wissenschaftler und Mann des Volkes, ist König Bhumibol spiritueller Führer seines Volkes seit mehr als sechs Jahrzehnten; ein Symbol der Stabilität und Hoffnung für ein Land, das oft von politischen Unruhen erschüttert wurde. In zahlreichen Programmen, gemeinsam mit seiner königlichen Familie, fördert er den wirtschaftlichen Wohlstand seines Volkes.